Löslicher Kaffee

Es muß schnell gehen? Beim Camping oder zwischendurch im Büro?
Trotz des zunehmenden Bewusstseins für die Bohne in ihrer ursprünglichsten Form, hält löslicher Kaffee sich standhaft am Markt. Selbst Kaffeepads oder Kaffeekapseln haben ihn nicht vertrieben, denn keine Tasse lässt sich so schnell zubereiten. Die Rede ist von löslichem Kaffee. Die Deutschen lieben ihn noch immer – sei es, weil der praktische Nutzen überwiegt oder weil der Muntermacher alte Erinnerungen wachrüttelt. Doch was steckt drin? Ist die schnelle Zubereitung wirklich das wichtigste Argument für die Deutschen?

 löslicher Kaffee

Löslicher Kaffee

Wer löslichen Kaffee oder auch Instantkaffee verteufelt, liegt nicht ganz richtig. Das Reinheitsgebot garantiert – so der Deutsche Kaffeebund – dass auch in der fast trinkfertigen Variante ausschließlich reiner Kaffee zum Einsatz kommen darf.
Zusatzstoffe sind tabu.

 

Wie wird löslicher Kaffee hergestellt?

Für die Herstellung von löslichem Kaffee  wird Rohkaffee etwas dunkler als üblich geröstet. Oft ist der Wasseranteil auch etwas höher als bei Filterkaffee. Die gerösteten Kaffeebohnen werden grob gemahlen und mithilfe verschiedener Lösungsmittel die Inhaltsstoffe extrahiert. Das Extrakt bezeichnet man als Dünnsaft. Dem Dünnsaft wird nun weiteres Wasser, durch Erhitzen entzogen. So entsteht ein noch dickflüssigeres Kaffeekonzentrat. Jetzt kann das Konzentrat auf zwei unterschiedliche Arten getrocknet werden

  • Gefriertrocknung – Trocknen mit Kälte
    Das Kaffeekonzentrat wir in einem Kühlraum zu einem Softeis -ähnlichen Schaum aufgeschlagen.
    Der „Kaffee-Schaum“wird in Kältekammern mit eisigen Temperaturen zwischen minus 40 und 50° C zu flachen Eisplatten gefroren. Im nächsten Schritt wird das „Kaffee-Eis“ in kleine, gleich große Stücke gebrochen und unter Vakuum gefriergetrocknet, d.h. die noch vorhandenen Eiskristalle werden bei Minustemperaturen schonend zum Verdampfen gebracht.
  • Spühtrocknung – Trocknen mit Hitze
    Durch extrem hohen Druck wird das Kaffeekonzentrat in einen bis zu 40 Meter hohen Sprühturm durch Düsen hereingeblasen. Mit heißer Luft wir das Konzentrat zerstäubt, wodurch das restliche Wasser verdampft. Das so getrocknete Kaffeekonzentrat fällt in kleinen Kügelchen nach unten und bildet so das fertige Instant Kaffeepulver.

Die Gefriertrocknung ist das schonendere Verfahren von beiden, durch das extrem schnelle Abkühlen bleibt sehr viel mehr vom urspünglichen Aroma erhalten.

Kann löslicher Kaffee schlecht werden?

Löslicher Kaffee ist, weil getrocknet, sehr lange haltbar. Ist die Packung geöffnet, sollte der Kaffee nach 4 Wochen aufgebraucht sein. Ein rascher Verbrauch ist deshalb ratsam, weil der Kaffee an Aroma verliert. Das Kaffeegranulat kann rasch verklumpen, oftmals reicht dazu schon Luftfeuchtigkeit. Das dann etwas feuchte Granulat ist ein optimaler Nährboden für Schimmelpilze.

Löslicher Kaffee
Hat löslicher Kaffee mehr Kalorien?

Zwischen rein löslichem Bohnenkaffee und herkömmlichen Filterkaffee gibt es so gut wie keine Unterschiede. Es sind ungefähr 3 Kilokalorien pro Tasse. Aufpassen sollte man nur bei Fertig-Cappuccinos und Co., diese bestehen schon mal aus bis zu 90% Zucker.

Wie funktioniert löslicher Kaffee?

Instantkaffee muss mit heißem (kein kochendes ) Wasser aufgegossen werden – umrühren und fertig. Der schnellste Kaffee. Einfacher geht es kaum.

Wann wurde löslicher Kaffee erfunden?

Das Prinzip des löslichen Kaffees wurde 1901 von dem japanischen Wissenschaftler Satori Kato in Chicago (USA) erfunden und von der Schweizer Firma Nestlé erstmals 1938 industriell produziert.  Es wird angenommen das die längere Haltbarkeit gegenüber herkömmlichen Kaffee im Vordergrund stand. Vorallem versuchte man so einem eventuell aufkommenden Werteverlust in erntereichen Jahren entgegen zu wirken.

Wie gesund ist löslicher Kaffee?

Da für Instantkaffee ein striktes Reinheitsgebot besteht, darf er nur unter Verwendung von Röstkaffee und Wasser hergestellt werden und keine Zusatzstoffe enthalten. Löslicher Kaffee ist somit nicht gesünder oder ungesünder als normaler Kaffee. Es sind die Extras, die den Kaffee gesund oder ungesund machen. Sahne, Zucker, Aromastoffe,Stabilisatoren und pflanzliche Fette  machen aus einem ansonsten gesunden Getränk schnell eine ungesunde Kalorienbombe. Kaffee ist eine der größten Antioxidantienquellen der modernen Ernährung.Wie normaler Kaffee enthält auch Instantkaffee viele starke Antioxidantien.Aufgrund der unterschiedlichen Verarbeitung enthält der löslicher Kaffee lediglich ein leicht anderes Verhältnis an Antioxidantien.

Welcher lösliche Kaffee schmeckt am besten?

Da gibt es keine Empfehlung. Jeder Mensch schmeckt anders, somit schmeckt auch jeder Kaffee anders. Da gibt es nur einen Tipp, ausprobieren.

löslicher KaffeeMein Fazit: Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Löslicher Kaffee kann den Eindruck des frischen Kaffees ganz gut nachahmen. Doch die belebende Wirkung des Kaffees – das klappt nicht. Sofort merkt man das löslicher Kaffee deutlich weniger Koffein als Filterkaffee oder Espresso enthält.

So, jetzt trinke ich erstmal einen Espresso.
Eure
Nicole

 

 

 

 

 

Kategorie Aktuell

Nicole, Gründerin der Neuen Zeiten und Kaffeerösterin Und sonst: - Kaffee geht immer, Nachwürzen auch - wenn nicht Rheda-Wiedenbrück, dann Berlin - ich liebe schwarz und etwas weiß - ZEIT-Ausgaben haben keine Verfallsdaten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.