Schlagwort: Kaffeekultur

Was ist eigentlich ein Ristretto?

Beitragsbil Ristretto in Tasse

Habt ihr schon mal einen Ristretto angeboten bekommen?
Meinen ersten Ristretto habe ich vor einiger Zeit in Italien getrunken. Mir war nicht ganz klar was mich erwartet. So war ich erstmal enttäuscht als ich in einer Espressotasse nicht mehr als eine kleine Pfütze serviert bekommen habe. Doch dann kam das Geschmackserlebnis – schokoladig, rund mit ordentlich Wumms. Genau richtig um einen Kaffee-Junkie wie mich aus einemTagestief zu holen.

Beitragsbil Ristretto in Tasse

Was ist ein Ristretto?

Es ist ein stark konzentrierter Espresso. Die Menge an Espressomehl bleibt identisch, doch es darf nur die Hälfte an Wasser durchlaufen, sprich 15-20 ml. Heraus kommt ein hoch konzentrierter Kaffee, sehr stark und sehr intensiv. Vielleicht nicht für jeden das richtige Geschmackserlebnis. Doch ich mag die Abwechslung- es ist weniger Koffein als in einer Tasse Kaffee und bringt euch trotzdem richtig nach vorne.

Woher kommt der Ristretto?

Ristretto wie schön das schon klingt …. bei diesem Klang, kann diese Kaffeespezialität, wie soviele andere nur aus Bella Italia kommen. Der Espresso kommt aus Mailand und hat von dort aus seinen Siegeszug angetreten. Im Süden Italiens ist der Ristretto, als Abwandlung des Espressos besonders beliebt.Doch im ganzen Mittelmeerraum  ist Espresso beliebt. Er wird in  Italien den ganzen Tag über getrunken, zwischendurch als Abwechslung  gerne mal ein Ristretto.
Je südlicher ihr in Italien unterwegs seid, desto reduzierter ist der Ristretto.

Was heißt Ristretto auf deutsch?

Das italienische Wort Ristretto bedeutet wenig schmeichelhaft “der Beschränkte”.
Doch beschränkt meint lediglich die Menge des Wassers und nicht das Aroma. Ganz im Gegenteil, bei richtiger Zubereitung ist der Geschmack intensiv und kräftig.

Wie bereite ich einen Ristretto zu?

Es gibt zwei Möglichkeiten einen Ristretto zuzubereiten:
Für beide Zubereitungen gilt: Ristretto wird mit 10-12 g Kaffee zubereitet.
Der Weg zum Getränk ist allerdings unterschiedlich:

  • Die erste Zubereitungsart kommt dem Espresso sehr nahe, die Durchlaufzeit und die Menge des Kaffees werden wie bei einem Espresso gewählt. Die Bohnen werden allerdings feiner gemahlen. So habt ihr bei gleicher Extraktionszeit weniger Kaffee in der Tasse. Ihr könnt euch einen hochkonzentrierten Espresso vorstellen
  • die zweite Möglichkeit einen Ristretto zuzubereiten, wieder die gleiche Menge an Kaffeemehl wie bei einem Espresso. Allerdings wird der Kaffee gröber gemahlen, so das das Wasser schneller durch den Siebträger läuft. Bereits nach 15 Sekunden ist der Ristretto fertig

Beitragsbild Ristretto Kaffeepulver

Mir persönlich schmeckt die zweite Variante besser. Und euch? Habt ihr Ristretto schon mal auf unterschiedlicher Weise zubereitet?

Hier die Zubereitung, Schritt für Schritt

  1. Espressotasse vorwärmen
  2. Espressobohnen (je nach Zubereitungsart ) direkt in den Sibeträger fein mahlen
  3. Kaffeemehl im Siebträger leveln und tampern
  4. Siebträger in die Brühgruppe einspannen und den Bezug starten
  5. Bezug nach ca. 15 Sekunden stoppen, circa 15ml
  6. Umrühren und genießen

Welche Espressobohnen soll ich für einen Ristretto nehmen?

Da kann ich euch jetzt leider nicht die eine Antwort drauf geben. Die eine Espressobohne gibt es nicht. Bei uns gibt es verschiedenste Möglichkeiten, zum Beispiel finde ich unsere kräftige Hausmischung als Ristretto sehr vollmundig und rund. Doch es schmeckt mir auch eine 100% Arabica Röstung,  da schmeckt mir  Espresso aus Honduras besonders gut.
Die Entscheidung liegt ganz bei euch und euren persönlichen Vorlieben.
Um die passenden Epressobohne für euch zu finden, hilft nur eins: probieren, probieren, probieren.

Welche Getränke werden aus Espresso, außer Ristretto, noch zubereitet?

  • Caffè doppio – doppelter Espresso
  • Espresso lungo – Espresso mit mehr Wasser
  • Espresso macchiato – Espresso mit wenig Milchschaum
  • Latte macchiato – aufgeschäumte, warme Milch mit Espresso
  • Caffè latte – je zur Hälfte heiße Milch und Espresso
  • Caffè americano – ein Espresso in einer großen Tasse, mit heißem Wasser aufgefüllt
  • Caffè corretto – Espresso mit hochprozentigem Alkohol
  • Marocchino – Espresso mit Milchschaum und Kakaopulver
  • Affogato al caffè – Eine Kugel Speiseeis mit heißem Espresso übergossen, dazu habe ich einen ausführlichen Artikel geschrieben

Beitragsbild Ristretto im Glas

Dos and donts:

  • auf jeden Fall die Espressotasse vorwärmen. Eine Tasse aus dickem Porzellan finde ich ist Pflicht. Besonders bei einem Ristretto, aufgrund der geringeren Menge. Grundsätzlich gilt, in einer vorgewärmten Tasse kühlt der Espresso nicht so schnell ab. Außerdem hat die Crema so einen viel besseren Stand.
  • Kaffee immer frisch kaufen und nicht auf Vorrat
  • wenn möglich immer ganze Bohnen kaufen, denn diese konservieren den Geschmack und das Aroma am besten

So, jetzt steht eurem Kaffeeglück nichts mehr im Wege.
Wann habt ihr das letzte Mal eine Kaffeespezialität ausprobiert?

eure
Nicole

 

Warum ihr euren Kaffee aus lokalen Röstereien kaufen solltet

Beitragsbild Lokalen Röstereien - coffee Wiedenbrück

Während ihr das hier lest, trinkt ihr vielleicht eine Tasse Kaffee. Ich auch. Jeden Tag trinken wir unseren Kaffee.Täglich konsumieren wir große Mengen an Kaffee – ob als Espresso, Cappuccino, Milchkaffee oder als klassische Tasse Kaffee. Kaffee ist nicht gleich Kaffee – wem erzähle ich das? Wie ich zum Kaffee gekommen bin? Über die lokalen Röstereien.
Weil ich Kaffee trinken möchte der mich überzeugt, bin ich Rösterin geworden.
Heute röste ich ausschließlich Kaffee, den ich selber gerne trinken möchte.

Beitragsbild Lokalen Röstereien - coffee Wiedenbrück

Kaffee aus lokalen Röstereien – ein Handwerk

Kaffee rösten hat nichts mit Zauberei zu tun  – jedoch mit Handwerk. Das fängt beim Einkauf der Rohbohne an. Für mich gibt es keine Kompromisse in der Qualität. Jede Kaffeebohne wird individuell ausgesucht und erhält ein zu ihr passendes Röstprofil. Die Kunst des Röstens liegt darin, den Kaffee am optimalen Zeitpunkt aus der Rösttrommel zu holen. Handgesteuertes Langzeitrösten ist eine heikle Angelegenheit. Der Prozess muss immer wieder überprüft werden. Dabei arbeiten Auge, Nase und Ohren zusammen. Warum das Ganze ? – Um den richtigen Moment nicht zu verpassen, in dem die Bohnen ihr optimales Aroma ausgebildet haben. Am Ende entscheiden wenige Sekunden darüber, ob 5 Kilo Kaffee in die Tüte oder in die Tonne wandern.
Für mich gilt, nur wer der Röstung Zeit gibt, erhält ein absolut überzeugendes Ergebnis.

Kaffee aus lokalen Röstereien – wie unterscheiden sich Trommelröstung und industrielle Röstung?

Die meisten lokalen Röster arbeiten mit einem Trommelröster.
Die Röstdauer unterscheidet die Trommelröstung von einer industriellen Röstung.  Die industriellen Röster arbeiten mit einer Rösttemperatur von über 400 Grad und einer sehr kurzen Röstdauer, teilweise nur 3-5 Minuten. Die kurze Röstdauer hat zur Folge das solche Kaffees eine geringe Aromavielfalt und einen hohen Säureanteil aufweisen. Die Säuren werden nach einigen Minuten, während des Röstvorgangs abgebaut. Eine extrem kurze Röstdauer verhindert den Abbau. Chlorogensäure hat bei den lokalen Röstern keinen Platz.

Beitragsbild Lokalen Röstereien - Moccamaster

Mit der Langzeitröstung gelingt es uns die nicht gewünschten Säuren, zum Beispiel Chlorogensäure abzubauen. Die Chlorogensäure ist die Säure die bei uns oft Magenschmerzen verursacht. Während der langen Röstdauer, mindestens 15 Minuten, geben wir den Kaffeebohnen die Zeit alle Aromen zu entwickeln die sie in sich tragen. Feine Säuren, die dem Kaffee Charakter verleihen bleiben erhalten. Ein weiterer großer Unterschied, die Abkühlung. Während des Röstvorganges achte ich darauf das die Kaffeebohnen genau im richtigen Moment aus der Trommeln herausgelassen werden.
Der Kaffee wird bei mir im Kühlsieb durch Luft abgekühlt. Während dieser Abkühlung entwickelt sie die heißen Kaffeebohnen noch weiter. Industrielle Röster kühlen mit Wasser, das bläht die Kaffeebohnen auf, außerdem wir so das Volumen unnötig erhöht.

Was kostet der Kaffee in einer lokalen Röstereien?

Ungefähr 14 Gramm Kaffeemehl stecken in einer Tasse Kaffee. Aus einem Kilogramm Kaffee lassen sich so ca. 70 Getränke zubereiten. Der durchschnittliche Kilopreis für ein Kilo Kaffee
im Supermarkt beträgt 13,00€, eine Tasse Kaffee kostet also im Durchschnitt ca. 18 Cent.
Bei eurem lokalen Röster bekommt ihr das Kilo Kaffee für 20,00€, diese Tasse Kaffee kostet im Durchschnitt 28 Cent. Doch was bekommt ihr nicht alles dafür? Einen frischen, aromareichen, individuellen und rundum schmackhaften Kaffee.
Was eine Rösterei sonst noch kostet, habe ich in einem Artikel aufgeschrieben und verlinkt.

Die Qualität des Kaffees in eurer Tasse hängt von vielen Faktoren ab. Wir  lokale Röster begleiten diese Prozesse – vorallem nehmen wir uns die Zeit für den Röstvorgang. Versucht mal die Unterschiede in eurer Tasse Kaffee zu erschmecken. Da gibt es soviel zu entdecken, von fruchtig über schokoladig bis zu einer erdig-würzigen Note.

Kommt vorbei und besucht mich und meinen Kaffee,
eure
Nicole

Beitragsbild Lokalen Röstereien - zwei Espresso

10 Gründe warum ich gerne Kaffee trinke

10 Gründe warum ich gerne Kaffee trinke

Nehmt euch einen Kaffee und wir quatschen. Warum ich das schreibe? Wir arbeiten viel, wir sind ständig in Aktion – es gibt kaum mehr ungenutzte Zeit. Dabei fällt es uns so schwer einfach mal stehenzubleiben.
Kommt, lasst uns Luft holen, vielleicht sogar mal eben kurz die Augen schließen. Eine kleine Auszeit vom Alltag die wir alle so sehr benötigen, damit wir den restlichen vollen Tag auch noch wuppen.

10 Gründe warum ich gerne Kaffee trinke

10 Gründe warum ich gerne Kaffee trinke

  • Kaffee entspannt mich, eine kleine Auszeit vom Alltag
  • weil ich den Geschmack mag
  • mit einer Tasse Kaffee, plaudert es sich nochmal so gut
  • Kaffee in einem schönen Café, gern ein gutes Buch dazu, was kann schöner sein?
  • der Duft, allein der Duft von Kaffee ist schon eine Verheißung
  • morgens macht mich der Kaffee munter
  • Kaffee habe ich ganz für mich allein, keine Anfrage des Kindes, teilst du mit mir?
  • hinter jeder guten Idee, steckt eine Unmenge an Tassen Kaffee
  • ich es auch nach Jahren, als Kaffeerösterin immer noch beeindruckend finde das ich Kaffeepulver in den Siebträger gebe und dann kommt Wasser hinzu und ein köstlicher Kaffee heraus
  • Kaffee ist einfach Kult
10 Gründe warum ich gerne Kaffee trinke - in the making

Siebträger in Aktion

Kaffee meine Geheimwaffe

Noch ein paar meiner Gedanken die mir als ich diesen Artikel geschrieben durch den Kopf gegangen sind. Ihr trinkt euren Kaffee auch als Wachmacher am Morgen? Laut Wissenschaft funktioniert das garnicht so gut, denn das Koffein braucht eine ganze Weile bis es wirkt.
Also bei mir wirkt Kaffee ganz bestimmt sehr schnell  :-) und doch ich mag es schon die heiße Tasse Kaffee in der Hand zu halten. Das tut gut und dann der erste Schluck – was für ein Genuss.
So, nach diesem Schluck – habe ich das Gefühl alles zu schaffen, ihr wisst was ich meine – so werden Schlachten gewonnen :-) Jetzt kommen die Einwände, starte den Tag doch mit heißem Ingwerwasser – ja das ginge auch. Das kleine Problem ist, Ingwerwasser schmeckt nach Ingwer und nicht nach Kaffee. Versucht doch mal einen Löwen mit Tofu zu füttern. Ja, natürlich kenne ich den Einwand das Kaffee nicht gesund ist, das stimmt so nicht – warum, das habe ich in meinem Artikel über schwarzen Kaffee für euch schon mal ausführlich beschrieben.

Kennt ihr das, ihr setzt euch mit einer Freundin zusammen und dann kommt Kaffee auf den Tisch. Das ist eine Ansage,  schon klar:

  1. jetzt fahr mal runter
  2. kein Zeitdruck
  3. lass deine Finger vom Telefon
  4. mit einem Kaffee in der Hand gehört sich das einfach nicht

Wie wäre es, jetzt eine Freundin anrufen und fragen ob sie nicht einen Kaffee mit euch trinken möchte. Und dann genießt die gemeinsame Zeit, bewundert das Aroma und unterhaltet euch über das Leben. Jetzt ist Zeit für Kaffee.

10 Gründe warum ich gerne Kaffee trinke

Andere nehmen ein Laserschwert – ich den Probenzieher

Gerne trinke ich Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato oder eine klassische Tasse Kaffee. Kaffee in jeglicher Form, sowohl heiß wie auch kalt. 100% Arabica sind nicht immer der Garant für guten Geschmack. An meiner Kaffeemischung schätze ich die Schoko-Note die Robusta- Bohnen mit sich bringen.

Kaffee ist mein Mama Elixier. Meine Geheimwaffe. Meine Leidenschaft.

Eure
Nicole

Pharisäer Kaffee – das Kultgetränk aus Nordfriesland

Pharisäer-Kaffee- Kaffee-mit-Seele

Den Herbst mag ich besonders gerne. Es liegt eine gewisse Magie in der Luft. Jeden Morgen sieht der Baum im Hof anders aus, andere Farben, andere Schattierungen. Am Wochenende haben wir unseren ersten Herbstspaziergang unternommen. Mit kühler Nasenspitze und kalten Fingern kamen wir wieder heim. Mein Mann hatte eine großartige Idee – wie wäre es jetzt mit einem Pharisäer Kaffee? Wir haben diese Kaffeespezialität auf einer Reise nach Friesland für uns entdeckt. Durchgefroren von einem Deichsparziergang landeten wir in einem Cafe. Möchtet ihr einen Pharisäer Kaffee trinken?  Das ist das beste Mittel gegen Kälte. Ja, nach dem Kaffee war es uns warm. Beschwingt und ein bisschen tütelig im Kopf sind wir dann zurück zu unserer Pension gegangen. Seitdem bereiten wir uns immer mal wieder einen Pharisäer Kaffee zu – er wärmt auch zuhause. Pharisäer-Kaffee-die-Zutaten

Wie der Pharisäer Kaffee zu seinem Namen kam

In jedem Cafe Nordfrieslands wird folgende Geschichte erzählt. Der Ort der Geschichte ist die Halbinsel Nordstrand, vor Husum gelegen. Im Jahr 1872 hat der Bauer Peter Georg Johannsen zur Tauffeier eingeladen. Die ganze Festgemeinde sollte die Kindstaufe seiner kleinen Tochter Helene Petria feiern. Unter ihnen auch der Pastor Nordstrands Georg Bleyer. Gerne hätte die Taufgemeinde mit einem “Prost” auf den Täufling angestoßen. Undenkbar solange der Herr Pfarrer mit der an der Kaffeetafel saß. Denn Pfarrer Bleyer war nicht nur streng, sondern auch absolut abstinent. Sonntags in der Predigt, wetterte er häufig gegen den Rumkonsum seiner Gemeinde. Doch dann kam  Bauer Johannsen die rettende Idee, er ließ Kaffee aufbrühen, gab Zucker in jede Tasse und einen ordentlichen Schuß Rum. Damit dem Pastor nicht das Rum-Aroma in die Nase steigt, wurde auf den Kaffee ein ordentlicher Klecks Sahne gegeben. Dem Pastor fiel auf, dass alle, die den Kaffee tranken immer lustiger und lauter wurden. Schließlich wurde der Pastor Bleyer so misstrauisch das er selber aus einer Tasse mit Sahnehaube trank. Er trank, stutzte, erkannte die Finte sofort und rief ganz empört:
„Oh, ihr Pharisäer!“  So war nicht nur Helene Petria, sondern auch gleich das neue Getränk getauft worden.

Zutaten für einen Pharisäer Kaffee

  • 1 Tasse heißer starker Kaffee, ich nehme dafür gerne meine kräftige Hausmischung Filterkaffee
  • eine große Portion geschlagene Sahne, ohne Zucker, finde ich besser
  • 2 Stück Würfelzucker
  • 4cl brauner Rum (oder mehr, hier entscheidet euer Geschmack)

Zubereitung eines Pharisäer Kaffees

  • den Würfelzucker auf den Tassenboden legen
  • den Rum hinzufügen bis des Würfelzucker bedeckt ist
  • dann mit dem starken Kaffee aufgießen
  • Sahne auf den Kaffee geben, fertig

Noch eine Geschichte zum Pharisäer Kaffee gefällig?

1981, bestellte ein Flensburger Gast in einem Ausflugslokal einen Pharisäer nach Originalrezept. Doch mit dem Getränk im Becher war der Gast gar nicht zufrieden. Der Pharisäer sei geschmacklos und nach seiner Meinung sei viel zu wenig Rum im Kaffee. Der Gastwirt fand allerdings, das 2cl Rum im Pharisäer Kaffee ausreichend seien. Daraufhin verweigerte der Gast die Bezahlung. Der Wirt hat sich das nicht gefallen lassen und den Gast auf die Zahlung von 3,50€ verklagt.
Im Zuge der Beweisaufnahme lies der Richter sich einen Pharisäer Kaffee mit zwei Zentilitern Rum zubereiten und verkostete diesen. Nach der Geschmacksprobe war der Richter überzeugt, das das Getränk mit 2cl Rum fade schmeckt. Er gab einen Verweis auf das Originalrezept in dem ein Getränk beschrieben wird, das hochprozentig und alkoholhaltig sei. Durch den ordentlichen Schuß Rum soll das köstliche Getränk Leib und Seele wärmen – laut Aussage des Richters ist das mit 2cl Rum nicht möglich.

Pharisäer-Kaffee- das-Getränk-mit-Seele

In Nordfriesland wird der Pharisäer meist in einer ganz normalen Kaffeetasse serviert. Die Pharisäertassen ( Tassen mit einem Fuß) wurden angeblich nur für Touristen kreiert.

Dos and donts:

  • bloß keinen kalten Becher benutzen. Damit der Pharisäer Kaffee schon heiß getrunken werden kann, sollte der Becher in jedem Fall vorgewärmt sein
  • ein Trinkhalm ist es absolutes no go im Pharisäer Kaffee
  • bitte verwendet einen guten Kaffee, ich nehme gerne die kräftige Hausmischung, wegen der schokoladigen Note
  • es gibt keinen Ersatz für selbst aufgeschlagene Sahne – nein, auch nicht Sprühsahne. Sie fällt viel zu schnell in sich zusammen und schmeckt nicht. Außerdem wird Sprühsahne nicht so steif und deckt deshalb den Rumgeruch nicht annähernd so gut ab
  • falls ihr euren Pharisäer Kaffee in einem Lokal trinken wollt, solltet ihr stets darauf achten, die Sahne nicht zu verrühren.Trinkt durch die Sahne hindurch.  Sonst kann es passieren, dass ihr zu einer Lokalrunde aufgefordert werdet. So will es die Tradition
  • Kakaopulver gehört nicht mit zum Rezept, ich finde es macht sich aber so gut auf der Sahne, dadurch sieht der Pharisäer Kaffee besser uas
Pharisäer-Kaffee- Kaffee-mit-Seele

Auf einen echten Pharisäer Kaffee gehört kein Kakaopulver, doch ich mag es

Was trinkt ihr an kühlen Herbsttagen am liebsten für eine Kaffeespezialität?
Ich probiere alles aus und wenn es mir schmeckt, werde ich darüber schreiben. Versprochen!

Eure
Nicole

Robusta Kaffee – die unterschätzte Kaffeesorte

Robusta Kaffee, mit einer satten Crema

Einige von euch rollen jetzt bestimmt mit den Augen, doch ich bleibe dabei: gebt Robusta Kaffee eine Chance. In den vergangenen Jahren habe ich vorallem eines gelernt, die Bohne macht den Geschmack. Eine qualitativ hochwertige Robusta – Kaffeebohne ziehe ich jeder mittelmäßigen Arabica – Kaffeebohne vor. Schenkt euch doch noch einen Becher Kaffee ein, dann schauen wir uns Robusta Kaffee mal genauer an.
Robusta Kaffee- die Grundlage dieses Espressos

Seit wann gibt es Robusta Kaffee?

Gegen 1900 wurde Robusta Kaffee das erste Mal eindeutig beschrieben. Rund 150 Jahre später als Arabica Kaffee. Beide Kaffeearten wurden in Afrika entdeckt, Robusta im Kongo und Arabica in Äthopien. Geografisch gesehen sind die Bohnenarten nicht weit entfernt, doch geschmacklich und im Anbau sind sie grundverschieden.

Wie wird Robusta Kaffee angebaut?

Robusta Kaffee wird auch Tieflandkaffee genannt, denn er wächst am besten zwischen 300 und 600 Metern Höhe. Durch sein flaches Wurzelgeflecht könnte die Robustapflanze bereits ab Meeresspiegelhöhe wachsen, zumal sie auch keine Mindestwuchshöhe hat. Robustapflanzen sind widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Parasiten. Die Pflanzen können mehrere Tage hintereinander Temperaturen von über 30 °C aushalten. Sollte es eine Regenperiode geben, auch damit kommen die Pflanzen zurecht.
In sehr seltenen Fällen kommt es zu einer Erkrankung der Pflanzen.

Die hohe Widerstandsfähigkeit kommt durch den Koffeingehalt, dieser ist bei einer Robusta- Bohne doppelt so hoch wie bei einer Arabica-Bohne. Koffein gilt als natürliches Pflanzengift, sie schützt die Kaffeepflanze vor Insekten, Pilzen und Schädlingen. Das ist der Grund warum Robusta so robust ist. Hättet ihr gedacht das Vietnam das größte Anbaugebiet für Robusta-Kaffee ist? Im weltweiten Vergleich belegt Vietnam Platz zwei hinter Brasilien. Ihr möchtet noch mehr über die Unterschiede zwischen Arabica und Robusta Kaffeebohnen wissen? Darüber habe einen ausführlichen Artikel geschrieben, bitte hier entlang: Der Vergleich von Arabica- und Robusta- Kaffee.

Robusta Kaffee, dunkel geröstet

Warum gibt es überhaupt Robusta Kaffee? Und wie schmeckt Robusta Kaffee?

Könnten wir nicht alle einfach Arabica Kaffee trinken? Klar könnten wir das, doch dann würde uns einiges an Geschmack entgehen. Für mich sollte Robusta Kaffee immer eine schokoladige Note haben, dunkle Schokolade versteht sich. Ansonsten würde ich den Geschmack als bitter und ein bißchen erdig beschreiben. Robusta Kaffee hat weniger Säure als Arabica Kaffee. Gleichzeitig ist der Chlorogensäuregehalt in der Robusta- Bohne höher. Daher müssen die Bohnen im Vergleich zum Arabica etwas länger im schonenden Trommelröstverfahren geröstet werden, um die Säuren schonend abzubauen. Denn bei übermässigem Genuss kann Chlorogensäure zu Sodbrennen und Magenschmerzen führen. Falls ihr einen empfindlichen Magen habt, solltet ihr trommelgerösteten Kaffee trinken, denn der Chlorogensäuregehalt ist deutlich niedriger.

Ist Robusta Kaffee ein schlechter Kaffee?

Ein ganz eindeutiges Nein. Allgemein wird Robusta Kaffee als minderwertig angesehen, zu bitter und kräftig. Dagegen die Arabica Kaffeebohne, diese gilt als aromatisch mit einem sehr feinen Säureprofil. Ich finde, diese ist eine sehr undifferenzierte Schlussfolgerung, resultierend aus dem günstigeren Preis der Robusta Bohnen. Günstigere Bohnen werden eher für preiswerte Kaffees genutzt. Doch es gibt sehr gute Robusta-Qualitäten, so wie es auch durchschnittliche Arabica-Bohnen gibt. Ob guter oder schlechter Kaffee, entscheidet die Qualität der Bohne, sowie das Röstverfahren und die Röstdauer. Denn je länger und schonender die Röstung der Kaffeebohnen erfolgt, desto angenehmer und runder wird auch der Geschmack in der Tasse.

Gibt es Besonderheiten bei Robusta Kaffee? Was bedeutet beim Kaffee Robusta?

Euer Espresso schmeckt etwas stärker? Das lässt auf einen höheren Robusta Anteil eurer Kaffeemischung schließen. Durch den Anteil an Robusta-Bohnen entsteht bei der Zubereitung mit dem Siebträger oder auch mit dem Vollautomaten eine deutlich dickere, sattere und voluminösere Crema als aus reinen Arabica Bohnen. Der geringere Anteil an Ölen sorgt dafür das die Crema deutlich länger hält. Zusammen mit ein wenig Zucker nimmt der Espresso eine sehr angenehme Karamellnote an. Na, erinnert euch der Geschmack an euren letzten Italien Urlaub? Besonders in Süditalien gibt es kräftigen und würzigen Espresso zu trinken. Das liegt daran das dort die Kaffeemischungen zu großen Teilen aus dunkel gerösteten Robusta-Kaffeebohnen bestehen. In mancher Mischung beträgt der Anteil 50%. Je weiter wir in Richtung Norden kommen, desto geringer ist der Robusta-Anteil.
Das kraftvolle Aroma der Kaffeemischungen eignet sich sehr gut als Grundlage für die Zubereitung von Kaffee-Milch Kreationen wie Cappuccino, Latte Macchiato oder auch Milchkaffee. Eine Espressokaffee-Mischung ohne Robusta? Das ist für den Geschmack eher schlecht. 

Robusta Kaffee, mit einer satten Crema

Warum werden verschiedene Arabica- und Robusta-Bohnen gemischt?

Fragt ihr euch als Kaffeeliebhaber auch schon mal ab ihr einen Single Origin oder Blend trinken sollt? Zunächst zu den Unterschieden:

  • Single Origin ist Kaffee der aus einem einzigen Anbaugebiet kommt
  • Blend (Englisch für Melange/Mischung) mischt Kaffeesorten aus unterschiedlichen Anbaugebieten. Oftmals haben die einzelnen Sorten auch unterschiedliche Röstgrade. Die beliebteste Mischung ist eine
    Arabica- Robusta -Mischung

Mit einem Blend ist es einfacher, positive Geschmacksnuancen zu unterstützen und negative Nuancen auszugleichen. Es ist eine Möglichkeit um das Beste aus beiden Kaffeesorten herauszuholen. Durch Mischungen können wir Röster gleichbleibende und unverwechselbare Kaffeekompositionen anbieten. Die Möglichkeit um sich von der Konkurenz abzusetzen. 

Und den wirklich guten Espresso erkennt der Kenner an seiner Crema. Es stimmt also. Die Bohne macht den Geschmack.
Wie sieht es bei euch aus, trinkt ihr gerne einen Blend mit Robusta- Anteil?
Ich habe jetzt Kaffeedurst und möchte fertige mir sofort einen Cappuccino, mit meinem Blend, versteht sich.
Eure
Nicole

 

 

Fika – die schwedische Kaffeepause

Fika - die schwedische Kaffeepause, mit Kaffee

Kennt ihr Fika?  Fika – die schwedische Kaffeepause? Ja, genau die. Als ich das erste Mal von der Fika gehört habe, dachte ich mir – das klingt ja nicht aufregend. Und doch war meine Neugierde geweckt. Egal mit wem ihr sprecht und wer die Fika schon (mit-) erlebt hat – alle sind begeistert, besonders über die tolle Atmosphäre und das menschliche Miteinander. Euer Interesse ist auch geweckt? Kommt wir schnappen uns einen Becher Kaffee und schauen uns die schwedische Kaffeepause genauer an.

Fika - die schwedische Kaffeepause, mit Kaffee

Fika – die schwedische Kaffeepause – ein nationales Kulturgut

Für ihre Fika nehmen sich die Schweden Zeit.Es wird nicht mal eben schnell im Stehen ein Kaffee getrunken. Was bei uns eine schnöde Kaffeepause ist, ist in Schweden ein soziales happening quer durch alle Altersgruppen. Die Fika bedeutet die Unterbrechung einer Tätigkeit, um mit der Familie, mit Freunden oder mit Kollegen Kaffee oder, seltener, ein anderes Getränk zu sich zu nehmen. Doch viel wichtiger als Getränke oder Speisen ist die Stimmung. Die soziale Komponente steht im Vordergrund. Eine Fika benötigt Zeit, ausreichend Zeit, bis zu 45 Minuten. Merke: eine Fika die lediglich 5 Minuten dauert, ist keine Fika.

Woher kommt Fika – die schwedische Kaffeepause?

Es gibt eine lange Fika Tradition, in Schweden. Bereits vor mehr als 150 Jahren brachten großzügige Arbeitgeber den Erntehelfern und Wäscherinnen Kaffee und Gebäck zur Stärkung.
Es gibt mehrere Gründe weshalb die Schweden ihre Fika so sehr lieben. Schweden wurde spät industrialisiert. Kaffeebohnen und Zucker waren bis Mitte des 19.Jahrhunderts kaum zu kaufen, sie galten als Luxusgüter. Seit dieser Zeit gilt Kaffeetrinken als vornehm, denn der Genuss von Kaffee und Kuchen war der Oberklasse vorbehalten. Anfang 1900 sanken die Preise für Kaffee und Zucker, so konnten sich auch Arbeiter oder Handwerker gelegentlich diese Luxusgüter leisten. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden auch die Küchenausstattungen moderner, so konnten auch im heimischen Ofen Kuchen oder Plätzchen gebacken werden.
Aus dieser Zeit gibt es in Schweden die Tradition des ,Sju sorters kakor’. Zu jedem feierlichen Anlass wurden immer sieben verschiedene Gebäckvariationen angeboten. Bis in die 1970 Jahre  hielt sich diese Tradition in Schweden.

Fika - die schwedische Kaffeepause, der Kaffee ist fertig

Wie zelebriere ich eine Fika ?

Zunächst benötigt ihr Kaffee – klar. Der schwedische Kaffee ist momentan in Kaffeekreisen besonders angesagt, denn die Schweden rösten momentan sehr hell, was für ein fruchtiges Aroma sorgt. Doch traditionell trinken die Schweden ihren Kaffee stärker und es sind dunklere Röstungen. Wenn ihr eine Fika zuhause ausrichten möchtet, würde ich euch meine kräftige Hausmischung Filterkaffee empfehlen. Um die Fika richtig zu zelebrieren, wird der Kaffee um eine kleine Mahlzeiten ergänzt. Traditionell kommt hier Gebäck zum Einsatz. Die Schweden mögen besonders ihre Kanelbulle – das sagt euch nichts, kein Grund zur Sorge, hierbei handelt es sich um Zimtschnecken. Ein einfaches Rezept, habe ich für euch hier. Rezept Kanelbullar
Keine Sorge wenn ihr keine Backfreunde seid, gekauftes Gebäck geht in jedem Fall. In Schweden sieht es keiner verbissen, ihr habt kein Gebäck da, dann kauft welches. Kein Kaffee im Haus – ok Tee geht auch. Alles kein Grund um zu verzweifeln. Bei der Fika- der schwedischen Kaffeepause steht die soziale Komponente im Vordergrund. Wir trinken und essen etwas zusammen, es entsteht automatisch eine gute Stimmung. Wir haben eine schöne Zeit miteinander verbracht.

Fika - die schwedische Kaffeepause,mittendrin

Woher kommt das Wort Fika?

Jetzt wird es spannend, denn Fika ist ein Wort aus einer Geheimsprache.
Im 19.Jahrhundert wurde diese Art der Geheimsprache von Gefängnisinsassen oder auch von Kaufleuten genutzt. Diese wollten sicher sein das niemand sie belauscht – so vertauschten sie die Silben der Worte. Aus dem alten Wort für Kaffee “kaf-fi” wurde das Wort “fi-ka”. Es gibt noch einige andere Geschichten woher das Wort Fika stammt, doch diese Geschichte gefiel mir am besten.

Fika – die schwedische Kaffeepause – ein Blick in den schwedischen Arbeitsalltag

Eure to do – Liste hat noch gefühlt hundert Punkte und es sind noch jede Menge E-Mails zu bearbeiten? Kein Grund die Fika ausfallen zu lassen. In Schweden wird erwartet das ihr an der Fika teilnehmt. Schließlich sollen sich alle wohlfühlen und entspannen und das regelmäßig. In den meisten schwedischen Firmen findet die Fika zwei mal am Tag statt. Einmal am Vormittag, einmal am Nachmittag, in jedem Fall regelmäßig. Mein Mann erzählt immer wieder die Kommunikation in Schweden sei unkomplizierter und umgänglicher. Es mag daran liegen das es normal ist jeden zu duzen. Es gehört dazu das der Chef genau wie jeder andere Mitarbeiter am Fika-Tisch oder in der Sitzgruppe. Dort herrscht eine entspannte Atmosphäre, diese bietet Raum für informellen Austausch zwischen Kollegen. Die regelmäßige Fika sorgt in vielen Firmen für ein gutes Betriebsklima.Durch die entspannte Atmosphäre entstehen schnell zwischenmenschliche Kontakte, die uns alle weiterbringen. Nach der Fika können alle wieder mit frischen Kräften an die Arbeit gehen.

Was meint ihr, sollten wir von den Schweden lernen und die Fika bei uns einführen?

Ich bin dafür,
eure
Nicole

 

 

Kaffee in Italien – warum man in Italien gar keinen schlechten Kaffee bekommen kann

Kaffee in Italien

Bella Italia – wir kommen. Ferien in einer ehemaligen Schule. Vor ein paar Wochen habe wir Ferien in Italien verbracht. Ich mag Italien, die Menschen, die Landschaft, das Essen und natürlich auch den Kaffee. Kaffee in Italien, ich finde das klingt schon sofort nach Urlaub oder? Da wir mit dem Auto unterwegs waren, wollten wir nicht zu lang fahren. Unser Ziel war Norditalien, die Provinz Vicenza.  Ein kleines Bed&Brunch in dem Dorf Lusiana, dort wo Italien eben noch Italien ist.Kaffee in Italien

Ferien in einer ehemaligen Schule?

Das ist in der La Scuola ganz einfach. Die Locanda La Scuola, ist eine umgebaute Schule aus den 1920er Jahren. Jedes der 5 Zimmer ist noch immer nach Unterrichtsfächern benannt – Erdkunde, Arithmetik oder das Lehrerzimmer.  Mathe wird hier nicht, auf dem Stundenplan stehen stattdessen : Ausruhen und die Seele baumeln lassen. Einen Pool gibt es nicht, auch keinen Fernseher – das hat es früher in der Schule schließlich auch nicht gegeben. Besonders gefallen hat mir der wunderschöne Frühstücks- und Gemeinschaftsraum – früher war hier eines der beiden Klassenzimmer. Ach, überhaupt, das Frühstück, dieses besteht aus leckeren, lokalen Zutaten, die frisch auf dem Markt gekauft oder selber hergestellt werden. Valeria, die Besitzerin  der La Scuola, gibt auf Anfrage gerne Tipps wo in der Nähe gut und regional gegessen werden kann. Jeder dieser Tipps war für uns eine tolle Entdeckung.
Übernachtet haben wir drei in einem Doppelzimmer, mit Zustellbett für unser Kind. Jedes Zimmer verfügt über ein renoviertes Bad mit Dusche, ein Zimmer verfügt sogar über eine Badewanne. Im Zimmer Arithmetik sind auch Hunde erlaubt.
Alles in allem ein zauberhafter Ort der mein Herz sofort hat höher schlagen lassen.
Falls ihr mehr über dieses zauberhafte Gästehaus in Italien erfahren möchtet, ich habe es euch verlinkt. Und nein, ich habe den Aufenthalt nicht geschenkt bekommen oder günstiger erhalten.

 

Kaffee-in-Italien- unser Hotel

Die Einrichtung stimmt bis ins kleinste Detail

Kaffeekultur in Italien

Kaffee-in-Italien

In jeder Bar bekommst du leckeren Espresso, versuche es einfach mal

»Prendiamo un caffè!« Lass uns einen Kaffee trinken. Wenn ihr diese Worte in Italien hört, geht es um Espresso. Die Italiener kombinieren  ihren Espresso gerne mit anderen Zutaten und haben so den Cappuccino, den Latte Macchiato und andere Kaffeespezialitäten erfunden. Espresso wird in Italien einfach so getrunken oder auch zu einem Zeitpunkt des Tages, an dem wir in Deutschland einen Cappuccino trinken.
Hier meine Tipps für Kaffeegenuss in Italien:

  • – Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Was in Deutschland und in vielen anderen europäischen Ländern als Espresso getrunken wird, heißt in Italien einfach Caffè . Bestellst du einen Caffè doppio, bekommst du zum Beispiel  einen doppelten Espresso
    – du möchtest nur einen Kaffee trinken? Dann setzte dich in einer italienischen Bar nicht an einen Tisch. Die meisten Italiener trinken ihren Kaffee meistens an der Theke im Stehen. Bis du dich gesetzt hast, ist der Einheimische schon wieder draußen. Gibt es Ausnahmen? Ja, die Sonne scheint auf die Terrasse und es gibt wirklich nichts anderes zu tun
    – jetzt wird es hard für die Filterkaffeetrinker unter euch, denn Filterkaffee gibt es in Italien nicht. Es gibt zwei Möglichkeiten um eine größere Menge Caffè zu bestellen: du bestellst einen Caffè americano, also einen Espresso mit heißem Wasser oder einen Caffè lungo, einen Espresso der mit der doppelten Wassermenge zubereitet wurde
    – Kaffee mit Milch in allerlei Variationen, als Cappuccino oder Caffè latte sind in Italien nur am Vormittag üblich. Gerne auch als Getränk zu einem kleinen Frühstück. Bitte nicht statt eines Caffè latte nur mit dem Wort latte bestellen. Serviert wird dir dann ein Glas Milch.

Kaffee aus Italien mitbringen

Du hast in Italien einen tollen Kaffee entdeckt und möchtest diesen jetzt deinen Freunden mitbringen. Bis zu 10kg ist das kein Problem, für den privaten Gebrauch.
Beim Kauf solltest du darauf achten das der Kaffee frisch geröstet wurde. Die Verpackungen sollten alle gut verschweißt sein, sonst könnte das Aroma zuhause verflogen sein – im wahrsten Sinne des Wortes.

Wo trinke ich in Italien den besten Kaffee?

In Italien gibt es in der Regel sogar auf Tankstellen gute Kaffeemaschinen. Diese können auch professionell bedient werden. Das heißt guten Kaffee in Italien gibt es an jeder Ecke.
In den Bars werden häufig Kaffeemischungen mit einem hohen Robusta- Anteil verwendet.
In vielen Städten in Italien ist die Wasserqualität nicht so gut. Durch einen hohen PH-Wert entsteht ein hoher Kalkgehalt, dieser würde die feinen Fruchtsäuren eines Arabica Kaffees neutralisieren. Viele Male habe ich mich in Italien über Kaffee unterhalten, häufig wurde mir ein Sprichwort genannt : „il caffé, per essere buono, deve essere nero come la notte, dolce come          l´amore e caldo come l´inferno“. Übersetzt bedeutet das, um gut zu sein, soll der Kaffee, schwarz wie die Nacht, süß wie die Liebe und heiß wie die Hölle sein muss.

Kaffee-in-Italien

Zum Frühstück, wie in Italien üblich, Kaffee mit viel Milch

Kaffee in Italien – wann trinken die Italiener Kaffee?

Zwischen den Trinkgewohnheiten in Deutschland und denen in Italien gibt es große Unterschiede. Cappuccino und Latte Macchiato sind in Italien, zusammen mit einem dolce, klassische Frühstücksbestandteile und werden eigentlich nicht nach 11 Uhr morgens getrunken, vor allem nicht am Nachmittag oder nach einer Mahlzeit. Mit unserer Angewohnheit einen Cappuccino nach dem Essen zu trinken, outen wir uns sofort als Tourist.
Aus meiner Sicht machen Italiener alles richtig:
Nach dem Essen wird ein Espresso nämlich der Idee eines sog. »Magenputzers« viel gerechter als ein Schnaps. Der Schnaps verlangsamt die Magentätigkeit nur kurzfristigt statt die Verdauung in Schwung zu bringen. Die Präsenz des Espressos im italienischen Alltag erklärt auch, warum es ausgerechnet davon so viele Variationen gibt.

Wie kam der Kaffee nach Italien?

Europäische Kaufleute aus, Venedig, Genua und Marseille holten die arabische Spezialität in ihre Städte.1645 eröffnete in Venedig  das erste Kaffeehaus, weitere folgten in Oxford, London, Marseille. Die Kaffeekultur in Wien hingegen kam erst später hinzu. War der Kaffee in Italien anfangs noch ein Luxusgetränk und der oberen Gesellschaftsschicht vorenthalten, so wurde er spätestens mit der Erfindung des caffettiera zu einem Getränk für das ganze Volk. Noch heute ist die caffettiera aus dem Alltag der Italiener nicht weg zu denken. Die kleine Kaffeemaschine aus Metall gehört ebenso zur Grundausstattung wie Teller und Besteck.

Kaffee in Italien – vier populäre Arten um Espresso nicht pur zu trinken

In Italien wird der Espresso nicht nur pur getrunken, es gibt vier beliebte Getränke mit Espresso als Grundlage:
–  Caffè macchiato – ein Espresso mit  und damit auch die ideale Entschuldigung für (deutsche) Touristen, die nach dem Mittagessen etwas Ähnliches wie Cappuccino haben wollen, ohne in ein ‚Fettnäpfchen’ zu treten
– für diejenigen wiederum, die in Gedanken immer noch beim ein paar Zeilen weiter oben erwähnten Schnaps sind, bietet sich der Caffè correto an, denn diese ‚korrigierte’ Art des Kaffees enthält einen Schuss Grappa oder Sambuca
– Caffè americano und Caffè lungo schließlich bestehen beide jeweils aus einem mit heißem Wasser verlängerten Espresso. Der Americano ist im Vergleich etwas schwächer.

Kaffee in Italien und du bist schon wieder in Deutschland? Dann empfehle ich dir meine kräftige Espresso Mischung – Augen schließen, Espresso trinken und schon sitzt ihr wieder auf der Lieblingspiazza……..

Wo trinkst du am liebsten deinen Espresso?

Eure
Nicole